Uwe Kreutzkamp
Malerei, Zeichnung
Gudrun S. Frommhage
Skulptur, Collage, Keramik
13. Februar bis 08. März 2026
„Durch sich selbst bedingt“
„Durch sich selbst bedingt“ betitelt die Begegnung zweier künstlerischen Positionen, wie sie auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten. Gudrun-Sophie Frommhage und Uwe Kreutzkamp verhandeln mit ihren Arbeiten zeitgenössische Fragen von Identität und Umwelt. Ihre Berührung schafft Reibungen, provoziert und zeigt Verflechtungen.
VERNISSAGE:
Freitag
13. Februar 2026
20.00 Uhr
Gudrun-Sophie Frommhages Protagonistinnen in Keramik und Skulptur sind nackt, Sexualität, Schmerz und Vergänglichkeit bekommen Ausdruck durch diese meist femininen Körper. Der geheime Ort von Lust und Scham, bestimmt wiederholt als Schnitt in den Körper, als klaffende Wunde die Blickführung. Poröse Oberflächen, manierierte Glieder, Amputationen, Verletzungen bezeichnen Turbulenzen und Zerrissenheit. Einige Figuren ringen um Stabilität. Andere tanzen, schwingen, performen und stehen fest auf ihrer räumlichen Bühne, im Tor als Wächterin. Die (Zer-)Störung eigener Positionen und Malereien begleiten ihre Prozesse.
„Der Mensch ist endlich und abhängig, seine Autonomie eine Konstruktion der Moderne“ …könnte als inhaltliches Fazit das Wesen der Werke Uwe Kreutzkamps beschreiben. Die Taktik des nichtzeigens als künstlerische Methode. Kein identifizierbares Antlitz keiner sitzt auf dem Stuhl, bewirtschaftet das Feld. Nicht einmal der Vogel ist anwesend, längst hat er seinen Körper liegen lassen, ist ein Ding, ein zu betrachtendes Objekt geworden. Was rückt in den Vordergrund, wenn die eigentliche Handlung unsichtbar wird? Mit malerischen Mitteln untersucht Kreutzkamp Atmosphären tradierter Bildkulturen. Die Allianz mit vertrauten Bildern erlaubt ihm die zeitweise Befremdung, die entsteht, wenn unterschiedlich bewertete Inhalte durch identische Blickführung ähnliche Wirkung erzielen.
Britta Petersen
Gudrun-Sophie Frommhage (*1967) schloss in Hildesheim ein Studium der Kunstwissenschaft/ästhetischen Bildung ab. Beim Maler Norbert Bisky und dem Bildhauer Thomas Virnich (Meisterschülerin) studierte sie an der HBK Braunschweig Freie Kunst. Sie lebt und arbeitet seit 2001 im Schaumburger Land, ihr Atelier hat sie in Obernkirche
Uwe Kreutzkamp (*1957) studierte Kunstpädagogik in Bamberg
und Oldenburg sowie Freie Kunst an der HfK Bremen. Bei Professor Jürgen Waller. Viele Jahre wirkte er am Projekt „Blaumeier-Atelier“ für Kunst und Psychiatrie in Bremen mit und war dort Mitglied im BBK. Seit 2010 lebt und arbeitet er als Maler im Schaumburgischen Mittelbrink.
Helmut Helmes
10. April bis 03. Mai 2026
Malerei
"Sonnenregen
•
Schattengrün"
VERNISSAGE:
Freitag
10. April 2026
20.00 Uhr
Lag die Aufgabe der Malerei früher darin, die Wirklichkeit wiederzugeben, diese zu interpretieren oder in ihrer Subjektivität darzustellen, Empfindungen auszudrücken und die Wahrnehmung des Betrachters anzuregen, so erfüllt sie heute noch viel mehr – sie ist in Zeiten der virtuellen, simulierenden Realitäten ein Medium der haptisch erlebbaren Wirklichkeit geworden. Helmut Helmes’ Gemälde sind in dieser Hinsicht doppelt vielschichtig. Wie pastose Flachreliefs aus ineinander und übereinander gemalten Ölfarben verdichtet, zeichnen sie die Oberflächenbeschaffenheit von rauer Borke oder krustigen Erdschollen nach.
Mit Hilfe dieser plastischen Farbmaterie erreicht Helmut Helmes dreidimensionale Strukturen und erzeugt eine sinnliche Anmutung, die die Aussage der Darstellung steigert. Je intensiver sich das Auge nähert, umso weniger bewahrt sie ihre Gegenständlichkeit. Die mimetische Präsenz löst sich in Farbklänge und schrundige, fast geknetete Flächenelemente auf. Durch kraftvolle Pinselstriche treten auch die Äste der Bäume reliefartig vom Leinwandgrund hervor. Die ins Bild übertragene Natur erscheint als Ausgangspunkt, Motiv und Material zugleich.
Corona Unger
Veronika Dobers
12. Juni bis 05. Juli 2026
Malerei und Zeichnung
"Beyond the Horizon"
VERNISSAGE:
Freitag
12. Juni 2026
20.00 Uhr
Die Bilder von Veronika Dobers kreisen um Gedanken und Denkformen, um Erkenntnissuche und die Suche nach dem Selbst. Dafür findet die Künstlerin prägnante Objekte, die allegorisch als Begleiter des Menschen auftreten – Äste, Haufen, Tropfen und Bündel, die wie Monumente konzentrierter mentaler Energie den Bildraum beherrschen. Veronika Dobers nähert sich ihren Themen auf philosophische Weise. Sie ist fasziniert von der Tatsache, daß der Mensch in seiner begrenzten Lebenszeit niemals die Wirklichkeit in ihrer Gesamtheit erfassen kann. „Beyond the horizon’“ nennt Veronika Dobers diese fundamentale Unzugänglichkeit. Sie erklärt: „Der Horizont ist die Grenze zwischen der sichtbaren Welt und dem Himmel. Jenseits dieser Linie setzt sich die Welt fort, der Wahrnehmung entzogen. In meinen Gedanken gibt es meine eigene Konstruktion, meine Interpretation der ‚wirklichen’ Welt. Ich erkenne nur, was ich sehen kann. Ich kann sehen, was ich weiß. Meine Gefühle und Vorstellungen, mein intellektueller Hintergrund erschaffen die Welt.“
Neben der Zeichnung auf Papier ist die Hinterglasmalerei die von ihr bevorzugte Technik und so etwas wie ein „Markenzeichen“ von Veronika Dobers. Die Motive müssen wie beim Drucken seitenverkehrt angelegt werden. Das Plexiglas ist gleichzeitig Bildträger und Firnis-Schicht. Es ist sowohl Fenster zur Bildwelt als auch Trennwand von derselben. Es entsteht eine Spannung zwischen Nähe und Unerreichbarkeit, die auch Thema der Arbeiten von Veronika Dobers ist.
Rainer Bessling und Alejandro Perdomo Daniels in „Veronika Dobers Between Time and Eternity“ Distanz-Verlag 2020
Veronika Dobers lebt in Bremen. Sie studierte Innenarchitektur und Produktdesign an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle/Saale. Von 2006 -2011 lebte sie in Japan. 2023-2026 Atelierstipendium des Senators für Kultur Bremen im Zentrum für Kunst Bremen. Solo-Ausstellungen in Japan, USA und Deutschland, Beteiligung an Gruppenausstellungen.
Mehr Infos unter www.dobers-art.de
Symposium: 4 Bildhauer:innen, 4 Ideen
13. September bis 04. Oktober 2026
Peer Oliver NAU
Uwe OSWALD
Jürgen F.SCHULZ
Charlott SZUKALA
Symposium: 4 Bildhauer:innen, 4 Ideen
VERNISSAGE:
Sonntag
13. September 2026
19.00 Uhr
Peer Oliver Nau
Uwe Oswald
Jürgen F. Schulz
Charlott Szukala
Beginn: Montag, 13. September
Präsentation der Werke: Sonntag, 20. September
Ausstellung im Kaponier ab dem 13. 09. und Arbeiten auf der Zitadelle neben dem Gulfhaus ab dem 14. 09. Nach dem erfolgreichen Start im Jahr 2020 bereichert das Vechtaer Bildhauersymposium zum 3. Mal das Kunstangebot des Kunstvereins Kaponier. Im September 2026 werden drei Bildhauer und eine Bildhauerin an sieben Tagen je an einem bereitgestellten Eichenstamm arbeiten. Ein Thema wird bei dem Symposium nicht vorgegeben. Während dieser Tage kann das interessierte Publikum bei der Entstehung der einzelnen Skulpturen zuschauen. Bei der Bearbeitung des Holzes kommen hauptsächlich Kettensägen und Stecheisen zum Einsatz. An ausgewiesenen Tagen sind Sprechzeiten geplant und es wird möglich, sich mit den Künstler:Innen auszutauschen, Fragen zu stellen oder allgemein über Kunstthemen zu diskutieren. Das 3. Vechtaer Bildhauersymposium wird begleitet von einer Ausstellung der beteiligten Künstler:Innen in den Räumen des Kunstvereins Kaponier. Die Arbeit der Bildhauer:Innen findet wie schon 2020 und 2023 auf dem Gelände der Zitadelle beim Museum Zeughaus statt.
„Wir wollen Menschen aller Altersgruppen erreichen, aber auch Schülerinnen und Schüler der umliegenden Schulen und Studierenden der Universität sind herzlich eingeladen, das Symposium zu besuchen“, so Uwe Oswald.
Der Künstlerische Leiter des Kunst-Events bekräftigt die Auffassung des Kunstvereins Kaponier, dass durch die Platzierung des Symposiums in der Stadt die Hemmschwelle abgebaut wird, sich mit zeitgenössischer Kunst auseinanderzusetzen. Dadurch, dass der Genesis der Werke beigewohnt werden kann, und auch Fragen an die Kunstschaffenden gerichtet werden können, öffnen sich nach unserer Auffassung neue Wege, sich Kunst und deren Aussage zu nähern. Die Stadt Vechta behält sich das Recht vor, nach Beendigung des Symposiums, während der Präsentation am Sonntag dem 20.09.2026, eines der Werke anzukaufen. Es soll an einem geeigneten Platz in der Stadt dauerhaft aufgestellt werden. 2023 entschied sich der Kulturausschuss für ein Werk von Uwe Oswald. Es fand seinen Platz auf dem Kreisverkehr der Nordtangente.
Peer Oliver Naus Werke spiegeln die unterschiedlichen Empfindsamkeiten der menschlichen Daseinsformen, immer mit einem Augenzwinkern. Seine Tiere haben meist menschliche Züge und könnten die nächsten Protagonisten eines Zeichentrickfilms sein. Mit seinen „Überziehungen“ gehört er zu den bekanntesten Holzbildhauern Deutschlands.
Uwe Oswald, geb. in Gorndorf/Saalfeld. 1975-1980 Studium mit Diplomabschluss an der Hochschule für Künste in Bremen bei Prof. Rolf Thiele. 2011 bis 2016 Lehrbeauftragter an der Universität Vechta für Plastik, Malerei und Zeichnung.
1. Preis künstlerische Gestaltung von 4 Wänden (Hundert Jahre Kieler Woche) in Kiel.1982. 1.Preis Kunstwettbewerb „Wandbild Oslebshauser Heerstraße, Bremen 1982.Kulturpreis des Landkreises Diepholz für Bildende Kunst 2020.
Zahlreiche Ausstellungen im In-und Ausland.
Bei den Skulpturen steht die Figur im Zentrum meines künstlerischen Schaffens. Die Bearbeitung des Holzes erfolgt fast ausschließlich mit der Motorsäge. Nur an ausgesuchten Stellen wird noch mit Stecheisen und Beitel gearbeitet. Nach Möglichkeit soll bei allen Werken auch immer die Herstellungsweise nachvollziehbar sein. Es bleiben verschiedene Spuren der Entstehung sichtbar, wodurch auf der primären Ebene die Genesis offengelegt wird. Ich strebe beim Bildhauern auf der Interpretationsebene oft eine Ambivalenz an. Thema und Arbeitsweise gehen dabei eine wechselseitige Beziehung ein und erzeugen so die Doppeldeutigkeit. Fasst man die Epidermis der Figuren als Spiegelbild des Gelebten, Erlebten einer Person auf, öffnen die äußeren Spuren der Skulptur ein Fenster zum Inneren und spiegeln auf expressive Art das Geschehene, das in der Vergangenheit Erlebte in die Gegenwart.
Im Jetzt kann es dann wahrgenommen und interpretiert werden. An einigen Stellen kann die Bearbeitung auch experimentellen Charakter annehmen, wodurch sich ein zusätzliches Möglichkeitsfeld auf der Bedeutungsebene öffnet. Je nach Thema und aktueller Alltags- oder Weltlage nehme ich mir die Freiheit, andere, auch unbekannte Wege einzuschlagen.
Jürgen Ferdinand Schulz
(www.feuer-wind.de / www.pyrosophie.de)
1961 geboren in Hopsten, NRW. Abitur, Schlosserausbildung, Studium Uni und HfBK Hamburg Tanz/Performance Projekte in Freiburg und Amsterdam. Seit 1998 im Wendland. Skulpturen, Objekte, Landschafts- und Feuerinstallationen, Feuerrituale. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.
Schulz arbeitet seit ca. 15 Jahren vorwiegend mit Eichenholzbalken und Fensterglas. In herausgearbeitete geometrische Formen werden Flachglasstücke oder Industrieglasrohlinge eingepasst. Es entstehen Spiegelungen und Reflexionen. Die Objekte sind „Lichtfänger“ die dem Betrachter mit jeder Bewegung ein wechselndes Spiel mit der Transparenz anbieten. In den Arbeiten stellt sich die Frage der Zerbrechlichkeit neu: das geschichtete Glas in den alten gebürsteten Hölzern wird zum scheinbar tragenden Material. Diese Arbeitsweise ist auch eine Annäherung an die Spannung zwischen Natur und Technik: das organisch Gewachsene, die Veränderungen der Oberflächen durch natürliche Alterungsprozesse stehen dem präzisen, glatten, technischen Glas gegenüber.
In den sichtbaren Bruchkanten verliert das Glas die Präzision, erhält wie das Holz eine raue Oberfläche, beginnt zu Fließen und nähert sich in der Umgebung des gewachsenen Holzes dem Prozess einer Verwandlung an.
Charlott Szukala. Ihre Arbeiten sind meist grob und skizzenhaft, trotzdem zeichnen sich ihre Figuren durch eine gewisse Anmut aus.
Körperhaltungen verraten Emotionen. Und meist strotzen die Figuren vor Kraft und Lebensfreude. Die Werke in Holz sind durch die geraden Schnitte der Kettensäge abstrahiert. Die Textur dieser Bearbeitungsweise bleibt, ist Gestaltungselement, sowie so manche Holzoberfläche, z.b. wenn noch die Fasern zu sehen sind, wurde das Holz aufgespalten.
Charlott Szukala lebt und arbeitet in Zickeritz, nördlich von Halle an der Saale.
VOR ORT
13. November bis 06. Dezember 2026
Sarah HILLEBRECHT
Martin KOROSCHA
Peter LAMPE
Izabella SIEVERDING
Melanie VOLTZ
Vor Ort
VERNISSAGE:
Freitag
13. November 2026
20.00 Uhr
Sarah Hillebrecht
Martin Koroscha
Peter Lampe
Izabella Sieverding
Melanie Voltz
Sarah Hillebrecht
Martin Koroscha
3.23 I, 2023, Acryl auf Baumwolle, 60 x 80 cm
Peter Lampe
Izabella Sieverding
Melanie Voltz
Licht & Blätter, 2024, Öl, Acryl, Aqua Bronze auf Leinwand, 150 x 200 cm


