Sabine Beyerle

Die meisten Bilder sind menschenleer, doch jeder Raum trägt Spuren vergangener Nutzungen, Einrichtung- und Gestaltungsstile. So wie wir unsere Umgebung prägen, prägt unsere Umgebung uns. Die uns umgebende Architektur ist Fortsatz unseres eigenen Körper, sie wird zur „zweiten Haut“.

Sabine Beyerle arbeitet mit Fotografien als Arbeitsvorlagen. Dies ermöglicht ihr eine detailgenaue Bestandsaufnahme eines Raumes. In der Malerei wachsen die einzelnen fotografischen Vorlagen zu einem Ganzen zusammen. Mehrere Detailansichten werden zu einem dichten Bildkomplex mit multiplen Perspektiven verwebt.

Indem Sabine Beyerle die realistische Darstellung mit malerischen Erfindungen, wie zum Beispiel Schüttungen, Strukturen und Auflösungen, verbindet, erweitert sie das real Sichtbare um den Aspekt der Stimmung und Atmosphäre.

Oft wirken die dargestellten Szenerien wie Erinnerungen: Schärfe und Unschärfe wechseln, es gibt Ungereimtheiten, Zufälligkeiten, Fragmentarisches. Reales und Imaginiertes stehen nebeneinander und formen Bildwelten von hoher atmosphärischer Dichte.

Sabine Beyerle, geb. 1975 in Leonberg, Baden-Württemberg. Studium der Freien Kunst bei Prof Hans-Jürgen Diehl an der Universität der Künste Berlin 1996-2003. Lebt und arbeitet in Berlin.

Vernissage: Fr, 07. Jun. 2019, 20:00 Uhr
Ausstellung: 07. Jun. 2019 bis 30. Jun. 2019